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Neuer Termin: 15. - 20. August 2022
Internationale Tagung der Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer

Die Internationale Tagung der Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer (IDT) ist die weltweit grte Tagung für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache. Sie findet alle vier Jahre in verschiedenen Lndern im deutschsprachigen Raum statt und wird von lokalen Deutschlehrerverbnden, Pdagogischen Hochschulen, Universitten, Kulturreferaten und Sprachverbnden im Auftrag des Internationalen Deutschlehrerinnen- und Deutschlehrerverbandes (IDV) organisiert und ausgerichtet.

IDT Goethe-Institut

Partner

Der Internationale Deutschlehrerinnen- und Deutschlehrerverband
 


IDT Wien 2022

 IDT 2022

Die XVII. Internationale Tagung der Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer wurde verschoben!
Neuer Termin: 15. - 20. August 2022

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Video zur IDT 2017 in Freiburg, Schweiz

IDT 31.7. bis 4.8. 2017 in Freiburg in der Schweiz Filmfreunde.de

Die letzte IDT fand vom 31. Juli bis 4. August 2017 in Freiburg in der Schweiz unter dem Motto Brücken gestalten – Mit Deutsch verbinden“ statt.


Was ist die IDT?

An der Tagung nehmen Lehrende, Forschende und Studierende teil, die das Programm durch eigene Beitrge mitgestalten, so dass die IDT eine Brücke zwischen Lehre, Forschung und Praxis bildet.
 

Goethe-Institut | Filmfreunde.de

 
Die Goethe-Institute im Ausland vergeben Fortbildungsstipendien, um Deutschlehrerinnen und Deutschlehrern die Teilnahme an der IDT zu ermglichen und um die Vernetzung von Lehrkrften aus aller Welt zu frdern. Das Fachprogramm wird von Expertinnen und Experten des Goethe-Instituts mageblich mitgestaltet und auch beim Rahmenprogramm ist das Goethe-Institut mit zahlreichen Veranstaltungen und Beitrgen vertreten: Ausstellungen, Lesungen, Filmvorführungen.
 

Freiburger Resolution zur Sprachenpolitik

Ein wichtiges Ergebnis der IDT 2017 ist die sprachenpolitische Resolution, die in 11 Thesen Grundstze, Empfehlungen und Forderungen an eine zeitgeme Sprachenpolitik, Sprachlehrpraxis und Fremdsprachenforschung enthlt.

11 Thesen zur Strkung und Weiterentwicklung von Deutsch als Fremd- und Zweitsprache

These 1

Deutschfrderung weltweit sollte in der Sprachenpolitik aller deutschsprachigen Lnder einen festen Platz haben, um den für die Initiativen und Anstze der Deutschfrderung notwendigen politischen und finanziellen Rahmen zu schaffen und zu garantieren.

Deutschfrderung im internationalen Kontext kann sehr vielfltige Formen haben, z.B. Initiativen und zielgruppenspezifische Anstze, die der Information von politischen und administrativen Entscheidungstrgern, der Werbung/ffentlichkeitsarbeit, der Qualifizierung von Lehrpersonen, der Motivation von Lernenden und der Vernetzung aller interessierten Akteure mit dem Ziel der Kooperation dienen. Als Aktivitt noch intensiviert werden sollte die Nachwuchsfrderung, denn qualitativ hochstehender Deutschunterricht, der das Interesse an Deutsch zukunftsgerichtet strkt und die Leistungen in Deutsch optimiert, basiert wesentlich auf gut aus- und fortgebildeten Lehrpersonen. Die Initiativen und Anstze zur Deutschfrderung sollten unter den Akteuren noch besser koordiniert werden, um Synergien zu schaffen, aber auch, um durch aufeinander abgestimmte Angebote bestmgliche Wirkung zu erzielen. Angebote zur Vermittlung und Frderung der deutschen Sprache müssen ihren Weg zu den Menschen finden, nicht umgekehrt. Deshalb braucht es motivierende und zumindest teilweise auch kostenlos zugngliche Angebote zum Deutschlernen, wobei digitalen Angeboten eine immer grssere Bedeutung zukommt.

These 2

Um Deutsch im Wettbewerb der Sprachen mehr Gewicht zu geben und DaF/DaZ im Rahmen der Fremdsprachenvermittlung angemessen zu positionieren, sollten verbandspolitische Aktivitten heute klarer denn je bei der Mehrsprachigkeit als Rahmenkonzept ansetzen. Dies dient der Vernetzung zwischen Verbnden unterschiedlicher (Fremd-)Sprachen, die zunehmend zu einer vorrangigen Verbandsaufgabe werden soll.

International steht Deutsch heute in einem Wettbewerb der Sprachen, der regional unterschiedlich scharf akzentuiert ist. Zentral ist dabei die Frage nach einer angemessenen Position von DaF und DaZ im Rahmen der Fremdsprachenvermittlung. Gerade auch hinsichtlich dieser Frage sollten die Arbeiten sowohl des Internationalen Deutschlehrer- und Deutschlehrerinnenverbandes (IDV) als Dachverband als auch der Lnderverbnde weiter intensiviert werden, damit die Verbnde als Ansprechpartner für politische EntscheidungstrgerInnen besser wahrgenommen und in die politischen Entscheidungsprozesse einbezogen werden. Für diese Arbeiten empfiehlt sich inhaltlich die konsequente Ausrichtung auf Konzepte der Mehrsprachigkeit; organisatorisch steht die Vernetzung zwischen Verbnden unterschiedlicher (Fremd-)Sprachen im Vordergrund. Erfolgversprechend ist diese Vernetzungsarbeit besonders dann, wenn sie mit Initiativen der Deutschfrderung v.a. auch im Bereich von Werbung/ffentlichkeitsarbeit und Information von politischen und administrativen EntscheidungstrgerInnen gekoppelt wird. 

These 3

Sinnvoll ist eine verstrkte Kooperation aller Organisationen aus dem amtlich deutschsprachigen Raum, die in die Frderung von Deutsch als Fremdsprache involviert sind, untereinander und mit den DaF-Verbnden weltweit. Ziel der Zusammenarbeit der staatlich unterstützten Mittlerorganisationen, der Fachverbnde und anderer Organisationen ist die Strkung des IDV und seiner Mitgliedsverbnde, so dass diese ihre sprachenpolitische Aufgabe in vollem Umfang wahrnehmen knnen.

Die staatlich unterstützten Mittlerorganisationen Deutschlands und sterreichs spielen in der weltweiten Frderung der deutschen Sprache und der Verbreitung kultureller Inhalte eine herausragende Rolle. Der Sprach- und Kulturfrderung verpflichtet sind auch die DaF-Fachverbnde, weshalb sie mit ihrer fachlichen Expertise in die Kultur-, Bildungs- und Wissenschaftspolitik der deutschsprachigen Lnder einbezogen werden sollten. Im Zusammenhang mit der Bildungsglobalisierung und dem weltweiten Wettbewerb um Wissen und Mrkte stellen sich politische und wirtschaftliche sowie rechts- und kulturwissenschaftliche Fragen, mit denen sich der IDV und seine Mitgliedsverbnde auseinandersetzen sollten. Ebenso wichtig sind Begleitforschung und wissenschaftliche Studien, die sich mit Fragen der Wirkung der Frderung durch Mittlerorganisationen auf die (Bildungs-)Kulturen und Gesellschaften verschiedener Lnder auseinandersetzen.

These 4

Im Kontext zunehmender Internationalisierung ist im Hochschulbereich eine Frderung von Mehrsprachigkeit und kultureller Diversitt anzustreben. Dabei sollten Hochschulen und wissenschaftliche Organisationen mittels geeigneter sprachenpolitischer Massnahmen Deutsch als Wissenschaftssprache strken, indem Mehrsprachigkeitskonzepte entwickelt werden, in denen das Deutsche im Fachdiskurs, aber auch im Rahmen von englischsprachigen Studienangeboten eine Rolle spielt.

Die akademische Internationalisierung ist gekennzeichnet von der zunehmenden Mobilitt von Studierenden und WissenschaftlerInnen, von Kooperationen im Bereich von Forschung und Publikationen und nicht zuletzt von Marketingstrategien der Hochschulen, die sich auf einem internationalen Markt positionieren. Es ist eine Tatsache, dass Englisch als lingua franca in diesen Prozessen dominiert. Gleichzeitig kommt der Entwicklung mehrsprachiger und kulturbezogener Kompetenzen in der Begegnung verschiedener Sprachen und Kulturen grsste Bedeutung zu. Neben der Frderung des Deutschen als Fach- und Wissenschaftssprache in nichtdeutschsprachigen Lndern erscheint hier z. B. die Vermittlung von Basiskenntnissen in Deutsch zur Integration der Studierenden gleichermassen von Bedeutung wie die Forderung nach rezeptiven Deutsch-Kompetenzen. Dafür sollten entsprechende Ausbildungsangebote intensiviert und curricular verankert werden. Strker als bisher fokussiert werden sollten besonders auch innovative Anstze zur bedürfnisorientierten Sprachfrderung akademischer Lernender auf fortgeschrittenem Niveau.

These 5

Das DACH-Prinzip postuliert, bei der Vermittlung von Deutsch als Fremdsprache den gesamten amtlich deutschsprachigen Raum in seiner sprachlichen und kulturellen Vielfalt anzuerkennen und einzubeziehen. Seitens der Politik ist die gemeinsame Unterstützung dieses Prinzips durch alle deutschsprachigen Lnder, weiterhin aber auch durch den IDV, ein vordringliches Postulat.

Zwecks breiterer Anerkennung bedarf das DACH-Prinzip der gemeinsamen politischen Unterstützung aller deutschsprachigen Lnder, explizit auch der Schweiz. Das Zusammenwirken der in diesem Bereich aktiven Akteure sollte auf internem Konsens beruhen und nach auen – für die Zielgruppe(n) – sichtbar und nachvollziehbar sein. Unterstützend wirken sollte dabei auch die vermehrte fachwissenschaftliche Beachtung des DACH-Prinzips besonders auch von bundesdeutscher Seite. Als diskursive Landeskunde basiert das DACHPrinzip auf einem offenen und dynamischen, text- und bedeutungsbezogenen Verstndnis von Kultur, für das nicht Nationen oder Regionen der Bezugsrahmen sind, sondern deutschsprachige Diskurse. Um dieses diskursiv gefasste Prinzip breiter zu etablieren, sollte es fachwissenschaftlich geschrft, empirisch erforscht und methodisch-didaktisch konkretisiert werden.

These 6

Um den Schulbesuch für alle neu zugewanderten Kinder und Jugendlichen mglichst unmittelbar nach Zuzug zu garantieren, braucht es über das im amtlich deutschsprachigen Raum garantierte Recht auf Bildung hinaus noch verstrkte politische Anstrengungen besonders auf Ebene der Lnder, Kantone und Gemeinden. Ebenso gefordert ist auch die strker vernetzte Forschung, u.a. mit Beitrgen zur Wirksamkeit von Modellen schulischer Erstintegration.

Bei den Massnahmen und Organisationsformen der schulischen Erstintegration besteht eine grosse Modellvielfalt. Um diesbezüglich mehr Transparenz zu erreichen, sind umfassendere Bestandsaufnahmen der Angebote ebenso ntig wie Forschungen u.a. zur Wirksamkeit verschiedener Integrations-Modelle. Auf curricularer Ebene gilt es, den Sprachbedarf in Bezug auf das Ziel Teilhabe am Regelunterricht‘ zu erforschen, sodass die Curricula für Vorbereitungsklassen im Sinne eines fachsensiblen Sprachunterrichts konzipiert werden und über klare Lernziele zur Orientierung der Lehrkrfte und zur Sicherung der Unterrichtsqualitt beitragen knnen. Zu den zentralen Elementen smtlicher DaZ-Curricula sollte eine Mehrsprachigkeitsdidaktik gehren, die sich auch zur Rolle der Erst- und Herkunftssprachen positioniert und deren Prsenz wertschtzt. Schliesslich sollte DaZ überall dort, wo es noch nicht der Fall ist, als obligatorischer Bestandteil in der LehrerInnenausbildung aller Fcher verankert werden, um einen sprachsensiblen Fachunterricht zu garantieren. Für entsprechend qualifizierte Lehrkrfte sollten adquate Arbeitsbedingungen geschaffen werden. 

These 7

Angebote zur Deutschfrderung sollten allen Migrantinnen und Migranten unabhngig von Herkunftsland oder Aufenthaltsstatus offenstehen. Frderungsmassnahmen sollen deren individuelle Kompetenzen, Ressourcen und Bedürfnisse berücksichtigen und nicht einseitig auf die Zuführung von Menschen zum Arbeitsmarkt zielen, sondern deren Teilhabe an gesellschaftlichen Prozessen ermglichen und Wege zu hherer Qualifizierung offenhalten.

Die Unterrichtsangebote im Bereich DaZ für Migrantinnen und Migranten sind hufig zu einseitig auf die rasche Integration in den Arbeitsmarkt ausgerichtet, wohingegen individuelle Kompetenzen und Qualifikationen der Teilnehmenden oft unbeachtet und unberücksichtigt bleiben. Dies birgt das Risiko, dass Geflüchtete und Migrantinnen und Migranten nur in geringem Mass Zugang zu spterer Qualifizierung finden. Politik und Wirtschaft sollten in nachhaltige Sprachfrderung investieren und auch für die Lehrenden mehr und differenzierte Ausund Weiterbildungsangebote und Arbeitsbedingungen schaffen, die denen von schulischen Bildungsinstitutionen vergleichbar sind. Die Politik steht in der Verantwortung, den Zugang zu Massnahmen der Sprachfrderung niederschwellig zu gestalten und die ausreichende Verfügbarkeit entsprechender Bildungsangebote sicherzustellen. Dem Ausbau und der Evaluation digitaler Angebote kommt dabei besondere Bedeutung zu. Ebenso gilt es, eine prozessorientierte, qualitativ ausgerichtete Evaluation der Angebote sicherzustellen. Die Wissenschaft ihrerseits ist aufgerufen, der Untersuchung aktuell umgesetzter und als hilfreich verstandener Konzepte und Curricula hohe Prioritt einzurumen. Grundstzlich ist die Kooperation zwischen (bildungs-)politischen Institutionen, Sprachanbietern, Lehrenden und Forschenden im Bereich des Deutschen als Zweitsprache und seiner Bezugswissenschaften ein wichtiges Desiderat.

These 8

Lehrplne für den DaF- und DaZ-Unterricht sollen alle Sprachen (Unterrichtssprache/ Mehrheitssprache, Zweitsprache, Fremdsprache, Minderheitensprachen) im Sinne eines Mehrsprachigkeitsansatzes berücksichtigen und die Mehrsprachigkeit der Lernenden als Ressource wertschtzend nutzen. Sie sollen gezielt dazu beitragen, dass alle Deutschlernenden die sprachlichen und besonders auch die bildungssprachlichen Kompetenzen entwickeln knnen, die eine Teilhabe am gesellschaftlichen und politischen Leben ermglichen.

Lehrplne sollen einen Handlungsrahmen vorgeben, der Lehrkrfte dabei unterstützt, Deutschunterricht zu planen und durchzuführen, der allen Deutschlernenden mit ihren unterschiedlichen Vorkenntnissen, Bedürfnissen und Interessen gerecht wird. Von übergreifender Wichtigkeit ist es, dass Lehrplne das mehrsprachige Repertoire der Lernenden als Ressource nutzen und dabei auch die kulturelle Dimension berücksichtigen. Lehrplne sollen dort, wo es sinnvoll ist, von einem Mehrsprachigkeitsansatz ausgehen und Leitlinien für einen integrativen Sprachenunterricht vorgeben. Sie knnen dem monolingualen Habitus der Seite 6 von 7 Schule entgegenwirken, indem z.B. Gesamtsprachencurricula die Schul- oder Unterrichtssprache als Erst- und Zweitsprache, die Fremdsprachen und ebenso die Minderheitensprachen integrieren.

These 9

Die Ausbildung von Lehrkrften für DaF und DaZ sollte den Prinzipien Kompetenzorientierung und Berufsorientierung folgen. Fachwissenschaftliche Inhalte sind mglichst von Anfang an mit Fachdidaktik und Unterrichtspraxis zu verbinden, da Unterrichten im Spannungsfeld von fachdidaktischer Theorie, Erfahrungswissen von (angehenden) Lehrkrften, begleitetem Unterrichten und Reflexion von Unterricht erlernt wird.

Die Ziele der Aus-, Fort- und Weiterbildung von Lehrenden sollten als regional differenzierte und zielgruppenspezifische Kompetenzerwartungen oder Standards formuliert werden, die eine Grundlage für Selbst- und Fremdeinschtzungen darstellen. Die Frderung der Reflexionsfhigkeit und der Selbstkompetenz müssen zentrale Bestandteile eines jeden Qualifizierungskonzeptes sein. Sprachliche Bildung, zu der auch Aufenthalte im zielsprachlichen Raum und die Auseinandersetzung mit Mehrsprachigkeit und kultureller Diversitt gehren, sollte Bestandteil jeder Aus- und Weiterbildung sein. Jeder Deutschunterricht verfolgt Bildungsziele, und Lehrende haben auch in dieser Hinsicht eine hohe Verantwortung. Entsprechend sollten Qualifizierungsmassnahmen für Unterrichtende auch in Zeiten von Lehrkrftemangel grundstzlich sehr gut fundiert sein und die bildungspolitische Dimension berücksichtigen. Für nachhaltige Qualittssicherung ist institutionalisierte und kontinuierliche Fortbildung wesentlich.

These 10

Der GER stellt ein wirkungsmchtiges Bezugssystem für curriculare Reformen, Standards, Lehrwerke und Prüfungen dar. Um zentrale Anliegen des GER umzusetzen, bedarf es aber nach wie vor einer Reihe von Anstrengungen auf verschiedenen Ebenen. So sollten politische Behrden Verantwortung für die konsequente Ausrichtung GER-bezogener Curricula auf Kompetenzprofile übernehmen. Das gilt insbesondere für die Schule und den Migrationsbereich.

Seit seiner Einführung im Jahr 2001 hat der GER starken Einfluss auf das Lehren, Lernen und Beurteilen von Sprachkompetenzen ausgeübt, wobei auch eine oft verkürzte, auf die Niveaubeschreibungen und Skalen beschrnkte Nutzung festzustellen ist. Um zentrale Konzepte des GER wie das handlungsorientierte Sprachverstndnis oder die Ausbildung individueller mehrsprachiger und plurikultureller Repertoires kontextgerecht zu nutzen, braucht es konzertierte Anstrengungen auf mehreren Ebenen. Was die Politik betrifft, sollten politische Behrden Trger von GER-bezogenen, nationalen und regionalen Curriculums-Entwicklungen sein. Der Beitrag der Wissenschaft sollte u.a. darin bestehen, die Progression der GERSkalen, auf die auch die internationalen Zertifikate bezogen sind, auf Basis von aktueller Seite 7 von 7 Spracherwerbsforschung zu untersuchen. Im Bereich der Didaktik besteht eine Hauptaufgabe darin, Lehrkrfte besonders auch mit pdagogischen Konzepten des GER wie der Aufgabenorientierung und dem reflexiven Lernen vertraut zu machen sowie kontextspezifische Nutzungen von Ressourcen des GER für die Curriculumsentwicklung aufzuzeigen. GER-basierte Lern- und Beurteilungsangebote sollten stndig weiterentwickelt und neuen Bedürfnissen angepasst werden.

Gemeinsamer europischer Referenzrahmen für Sprachen

These 11

Infolge von Mobilitt und Migration sieht sich das Fach DaF/DaZ in seiner gesellschaftlichen Verantwortung weiter wachsenden Herausforderungen gegen- über, denen mit mehr qualifizierter Forschung begegnet werden muss. Anzugehen sind auch eine Selbstreflexion der Forschung, um das Fach DaF/DaZ nach innen weiter zu profilieren und nach aussen besser zu positionieren, sowie eine Strkung des Austauschs zwischen FachwissenschaftlerInnen und PraktikerInnen, von dem beide Seiten profitieren knnen.

Aus einer anlsslich der IDT 2017 innerhalb und ausserhalb der DACHL-Lnder durchgeführten Online-Befragung zur Rolle von Forschung und Kooperation im Bereich von DaF und DaZ ergibt sich die zentrale Forderung nach mehr qualifizierter DaF- und DaZ-Forschung, die den demographischen Entwicklungen und damit einhergehenden, vernderten Lehr- und Lernbedingungen Rechnung tragen kann. Um diese Forschung leisten zu knnen und bei der dafür ntigen Drittmittelaquise erfolgreich(er) zu sein, braucht es v.a. Information über Unterstützungsmglichkeiten und Hilfestellung bei der Antragsstellung. Besonders wichtig sind strukturelle Vernderungen, nmlich der Ausbau des Fachs an Hochschulen und, verbunden damit, bessere und nachhaltigere berufliche Perspektiven für den wissenschaftlichen Nachwuchs. Des Weiteren bedarf es der Sichtbarmachung von Netzwerken und verstrkter Bemühungen um Forschungskoordination. Um das Fach DaF/DaZ weiter zu profilieren und besser zu positionieren, sollte in der Forschung eine Diskussion zu folgenden Fragen lanciert werden: Sind DaF und DaZ eigenstndige Forschungsdisziplinen? Was ist das Verhltnis von Forschungen in DaF/DaZ und in Bereichen wie Fremdsprachendidaktik und second language acquisition? Zu dieser Diskussion gehrt auch eine Auseinandersetzung mit sprachund erkenntnistheoretischen Positionen. Weiterhin sollte der Austausch zwischen FachwissenschaftlerInnen und PraktikerInnen gestrkt und strker reziprok gestaltet werden, sodass in der Praxis forschungsgestützt gearbeitet und in der Forschung praxisrelevant geforscht werden kann.

Sprachenpolitik und die Zukunft des Deutschunterrichts

IDT 2017 - Sprachenpolitik und die Zukunft des Deutschunterrichts

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